Meinung: Brief von Kabel Deutschland

Der eine oder andere wird es diese Woche wohl auch erlebt haben oder noch erleben: Post von Kabel Deutschland. Was so besonders daran ist? Lest selbst.

Kabel Deutschland = besserer Kommunikationsanbieter?

Der eine oder andere Bundesbürger sitzt vermutlich ebenso wie ich in einer Gegend, wo es mit dem DSL-Anschluss nicht so gut bestellt ist. Klar, DSL 6000 ist wesentlich besser als DSL light mit seinen 364 kb/sec, dennoch war es lange Zeit so, dass schlicht nichts ging außer Analogmodem oder ISDN. Von Kabel Deutschland ist man durch die Fernsehwerbung auch fasziniert, immerhin werden in ausgebauten Gebieten bis zu 100MBit/Sec angeboten, eine Bandbreite, von der man als Telekomkunde im ländlichen Bereich nur träumen kann.

Der Brief kam beileibe nicht alleine, eine Broschüre war nochmal angefügt. Diese Broschüre von Kabel Deutschland wirbt mit markigen Worten wie „Ganz einfach Geld sparen und hervorragenden Service sichern“ oder (und das ist ganz besonders eindrucksvoll, wenn man in einem von der Telekom vergessenen Gebiet wohnt, wie es noch einige wenige in Deutschland gibt) „Kein Telekom-Anschluss notwendig„.

Was sich dahinter verbirgt

Nun verweist alles auf die Fußnote 1, hier klärt sich auch, wie das Ganze realisiert wird: Mittels Mobilfunk. Was man also im Resultat erhält ist ein Mobilfunkanschluss normaler Telefonnummer. An spätestens diesem Punkt war das Angebot für mich persönlich hinfällig. Einerseits benötige ich beruflich wie privat einen zuverlässigen Internetanschluss was implizit bedeutet, dass ich einen kabelgebundenen Kommunikationanschluss benötige (komm mir keiner mit LTE!). Andererseits möchte ich auch keine Abhängigkeit von einem Anschluss, der nur mobil funktioniert. In vielen ländlichen Gebieten ist es auch um Mobilfunk nicht so gut bestellt. Einen Notruf möchte ich dann über diese Leitung nur ungern absetzen müssen.

Der dritte, nicht mehr ganz so wichtige Punkt ist der, dass man eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten aufgedrückt bekommt. Also bei unserem aktuellen Telekom-Tarif sind das nur 12 Monate.

Dass das Bereitstellungsentgelt sich ebenfalls im Kleingedruckten versteckt und immerhin mit 39,90 Euro zu Buche schlägt (und somit die 3 kostenlosen Monate um mehr als 1/3 übertrifft) muss dann wohl nicht mehr extra angeführt werden.

Und, okay, was mir erst jetzt auffällt: Das alles ist ja nur die Telefonflatrate. Dazu kommt noch der Anschlusspreis von monatlich 9,90 Euro – die sind auch die ersten drei Monate dabei. Das heißt, das ganze Paket kostet 19,80 Euro im Monat. Für einen Mobilfunktarif den man nicht mobil nutzen kann! Andere Mobilfunkanbieter haben zu dem Preis schon Komplettflatrates für Internet, Festnetz sowie Mobilfunk im Angebot.

Zusammenfassung

So sieht das Angebot in meinen Augen aus:

  • 9,90 Euro ab dem vierten Monat für Telefonflat
  • 9,90 Euro für den Anschluss
  • Kein Internet (okay, doch, aber siehe unten)
  • Mobilfunk – imho unzuverlässig und nur für unterwegs geeignet
  • 39,90 Euro Bereitstellungsentgelt (was effektiv die Kosten für die ersten drei Monate enthält und noch um 3,40 Euro pro Monat übersteigt)

Na da sage ich doch: Nein danke, kein Interesse.

Eins noch…

Man könnte ja jetzt sagen „Okay, die haben doch bestimmt auch einen Internettarif für deine Gegend“ – ja, haben sie, mit 7,2 MBit Leistung – aber mit der berühmten Drossel: ab 300 MB gehts abwärts mit der Leistung auf 64kbit – ISDN-Geschwindigkeit. Mobilfunk eben. Aber immerhin gibt es ein Telefon gratis.

Man fühlt sich bei so einem Angebot schon fast beleidigt.

Webseite zum Angebot: Hier klicken (kein Werbelink)

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